Offene Weite #20
Shownotes
Was bleibt, wenn das Leben eng wird? In dieser Podcastfolge führt Vilas in die Erfahrung offener Weite. Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und innere Geschichten dürfen erscheinen, ohne unsere ganze Wahrheit zu werden. Aus dieser Sicht wird gelebte Nondualität nicht zu einer Theorie, sondern zu einer unmittelbaren Erfahrung im Atem, im Körper, in Beziehungen und im Mitschwingen mit dem Leben. Eine stille und zugleich lebensnahe Kontemplation über Bewusstsein, innere Freiheit, Freude und die Möglichkeit, sich mit allem und jedem zu teilen.
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00:00:02: Ich begrüße euch zu dem Podcast Episode zwanzig von meiner Serie Bewusstessein Glücklich Leben.
00:00:14: Offene Weite, was bleibt wenn das Leben eng wird?
00:00:25: Es geht also um die offene Weide und es geht um gelebte Nondualität.
00:00:35: Das klingt anfangs mal sehr groß Aber im Grunde ist es sehr einfach.
00:00:46: Es geht um die Frage, was bleibt offen auch wenn das Leben eng wird und was beginnt zu schwingen?
00:01:00: Wenn wir uns dieser Offenheit anvertrauen?
00:01:08: viele von uns kennen innere Enge der Kopf ist voll Der Körper zieht sich zusammen Eine Sorge und schon wird alles ganz klein.
00:01:36: Wir tauchen ein in unsere Geschichte, wir müssen etwas schaffen, wir wollen nichts verlieren, wir suchen Sicherheit , wir wollen gesehen werden, wir sollen geliebt werden .
00:02:03: Wir schützen uns!
00:02:09: In solchen Augenglicken wirkt es so als wäre die Enge die wir gerade erfahren Die ganze Wirklichkeit.
00:02:25: Doch Enge, wenn wir uns sie genau anschauen ist eine Erfahrung die erscheint und Sie darf auch da sein aber sie muss nicht alles bestimmen.
00:02:49: offene Weite beginnt dort wo wir diese enge bemerken ohne sofort gegen sie zu kämpfen.
00:03:02: vielleicht kannst du das jetzt in diesem Moment sogar spüren.
00:03:10: Da ist dein Atem, er kommt.
00:03:15: Er geht.
00:03:18: Vielleicht ist er ruhig?
00:03:22: Vielleicht fühlt er sich auch eng an.
00:03:27: Beides darf sein!
00:03:34: Da ist ein Körper vielleicht entspannt weich offen vielleicht müde vielleicht angespannt.
00:03:47: Auch das darf sein.
00:03:51: Das sind Geräusche da ist Raum da ist Leben.
00:04:05: Du musst aus alle dem Nichts machen.
00:04:13: Was offene Weite meint, ist es erst mal so zu lassen – nichts verändern wollen nicht eingreifen.
00:04:30: Offene Weide ist kein besonderer Zustand den wir erreichen müssen.
00:04:37: Ich kann sie auch nicht herstellen, sie ist keine Leistung!
00:04:43: Sie isst das was sichtbar wird wenn wir für einen Moment aufhören alles festzuhalten.
00:04:55: Wir halten oft so viel fest.
00:04:59: Unsere Meinung, unsere Angst, unser Bild von uns selbst, unsere alten Geschichten, unsere Erwartungen und Verletzungen.
00:05:25: Manchmal – weil wir uns damit ja schon mal auseinandergesetzt haben – halten wir sogar an spirituellen Ideen Vorstellungen fest!
00:05:38: Dann wollen wir offen sein, ruhig sein besonders tief sein, angekommen sein.
00:05:48: Aber auch das kann Engel erzeugen.
00:05:57: Jede Vorstellung die wir besitzen wollen wird irgendwann zu einer neuen Grenze.
00:06:09: Offene Weite lässt sich nicht machen und lässt sich auch nicht besitzt.
00:06:18: Sie gehört niemandem sie ist kein Schmuck für dass ich.
00:06:29: Sie ist der Raum, in dem alles erscheinen darf.
00:06:34: Gedanken Gefühle Körperempfindungen Freude und Schmerz Nähe Abstand Stille Und Unruh.
00:06:54: Es gibt eine einfache innere Bewegung die uns dahin zurückführt.
00:07:06: Zuerst sehen wir was da ist Schauen uns das genau an Dann greifen wir weniger danach, wenn wir das genau sehen.
00:07:24: Denn dann erkennen wir sofort Das was gerade ist und was erscheint Ist nicht unsere ganze Wahrheit.
00:07:37: Eine Angst erscheinet Aber wir sind nicht nur die Angst.
00:07:44: Enge erscheinen aber Wir sind Nicht Nur Die enge.
00:07:53: Ein Gedanke Erscheint Und Ich Erkenne Ich bin nicht dieser Gedanke, das ist ein Gedankel.
00:08:05: Das Wahrnehmen von dem Ganzen – das Wahrnehmen ist weiter als das was gerade wahrgenommen wird.
00:08:21: Jetzt kommt für mich einen wichtiger weiterer Schritt hinzu.
00:08:29: Offene Weite ist nicht nur still, sie ist auch bewegt!
00:08:40: Sie ist nicht mehr Raum, sie isst auch Schwingung.
00:08:47: Wir nennen das im Kashmirischen Chivalismus Spanda.
00:08:55: Für unsere Erfahrung genügt, dass ganz einfache Wort Das Leben pulsiert Es atmet es bewegt sich es teilt sich mit.
00:09:15: Der Atem kommt und geht Unser Herz schlägt Geräusche tauchen auf und verschwinden Licht fällt in den Raum Ein Blick berührt uns.
00:09:37: Ein Wort verändert vieles, ein Schmerz zieht durch den Körper, Freude steigt auf – alles ist Bewegung.
00:09:55: Alles ist Antwort!
00:10:02: Alles ist Teil dieses großen lebendigen Zusammenhangs.
00:10:16: Offene Weite bedeutet deshalb nicht sich aus dem Leben zurückzuziehen Das Gegenteil.
00:10:26: Offene Weite bedeutet tiefer mit dem Leben schwingen, dann erfahren wir ich bin nicht getrennt von dem was geschieht.
00:10:43: Ich bin nicht nur ein einzelnes Ich dass sich in dieser schwierigen Welt behaupten muss Da ist ein größerer Raum und in diesem Raum bewegt sich alles miteinander.
00:11:08: das ist eine Einsicht mitten im Leben In den Atem, in den Körper, in Beziehungen.
00:11:27: In unsere Arbeit, im Kunst, in Freude und in Schmerz.
00:11:47: Sie gehört in das Gespräch mit einem anderen Menschen, sie gehört in dem Moment, in dem wir uns eigentlich in einem Reaktionsmuster gefangen haben oder uns rechtfertigen wollen.
00:12:10: Sie gehört in ein klares Nein, sie gehört in das offene Zuhören und sie gehört im das einfache Dasein.
00:12:28: Wenn offene Weite wirklich spürbar wird entsteht fast von selbst ein Teilen.
00:12:40: Dieses Teilen ist nicht nur das Wiedergeben von Worten, Dingen oder Wissen.
00:12:50: es ist viel tiefer.
00:12:55: Wir teilen Gegenwart Wir teilen Raum, wir teilen Atem.
00:13:14: Wir teillen Stille und wir teilend Freude.
00:13:27: Wir Teilen auch Verletzlichkeit.
00:13:37: Dann ist der andere Mensch das Gegenüber nicht nur jemand da draußen.
00:13:48: Er erscheint im selben Leben Im selben Raum auf der gleichen Schwingungsebene Ein Baum ein Tier Ein Mensch, ein Klang.
00:14:13: Ein Bild.
00:14:15: Ein Gedanke.
00:14:18: Eine Träne.
00:14:20: Ein Lachen.
00:14:22: Alles gehört zu diesem einen Feld des Erscheinens.
00:14:31: Alles teilt sich mit und wir teilen uns ebenfalls mit ob wir sprechen oder schweigen, ob wir handeln oder ganz still sind.
00:14:53: das heißt übrigens nicht Das Grenzen verschwinden.
00:14:58: Grenzen bleiben wichtig.
00:15:03: Ein klares Nein kann sehr liebevoll sein Rückzug kann notwendig sein Schutz kann richtig sein Doch aus offener Weite heraus werden Grenzen weniger hart.
00:15:27: Sie trennen nicht mehr vollständig.
00:15:33: sie dienen dem Leben statt Aus Angst zu entstehen.
00:15:42: Die gelebte Non-Dualität zeigt sich genau hier, im Teilen mit allem und jedem ohne sich selbst zu verlieren, im Mitfühlen ohne unterzugehen, im Handeln ohne sich verkrampfen – was tun wollen?
00:16:16: Im Leben ohne zu besitzen, ohne sofort zu urteilen.
00:16:26: Im Dasein, ohne etwas Besonderes daraus machen zu müssen.
00:16:38: Jetzt ist da vielleicht Freude und Freude kann viel stiller sein als wir das mit dem Wort verbinden.
00:16:59: Sie ist nicht immer ein großes Glücksgefühl sie ist nicht ein Lächeln über allem.
00:17:13: Freude beginnt manchmal mit einem ganz kleinen Nachlassen, mit einem Atemzug der wieder gespürt wird.
00:17:28: Und ganz wichtig... Mit dem Staunen!
00:17:33: Mit dem Staunen dass dieser Augenblick da ist.
00:17:43: Oft übersehen wir das weil wir das Kleine gar nicht wahrnehmen und auf einen besseren großen Moment warten.
00:17:56: Für ein Moment wenn ich ruhiger bin, wenn ich klarer bin, denn alles verstanden ist, wenn die Probleme gelöst sind und dann – so meinen wir oft – erst dann können wir offen sein.
00:18:17: Doch offene Weite beginnt immer jetzt und hier in diesem Atem, in diesem Körper, in dem Leben.
00:18:36: Für mich ist das eine stille Einladung für einen Moment bewusst mit dem Leben zu schwenken.
00:18:50: Du musst nicht größer werden, du musst nicht besonderer spezieller werden.
00:19:00: Du musst dich jemand anderes werden.
00:19:06: Es genügt einfach hier zu sein.
00:19:17: Der Atem kommt und geht Geräusche der Körper spürt Gedanken ziehen weiter Und in all dem ist offene Weite.
00:19:46: Sie muss nicht festgehalten werden.
00:19:51: Sie ist einfach da, wenn das Festhalten nachweste.
00:19:59: Sie ist still und bewegt zugleich.
00:20:05: Da ist Raum und da ist Schwingung, da ist Offenheit und ein Teil haben an allem was gerade ist.
00:20:33: Das ist gelebte Non-Dualität.
00:20:38: Das Leben nicht aus einer Trennung heraus zu betrachten sondern mitten in der Erfahrung zu spüren, dass alles am selben Leben teilhat.
00:21:01: Alles darf so sein wie es ist – darf erscheinen!
00:21:08: Nichts davon muss zu deiner ganzen Wirklichkeit werden.
00:21:19: und genau dort beginnt es so ganz fein still friedlich zu schwingen und als Freude mit dem Leben zu schwingen und sich mit allem und jedem zu teilen.
00:21:59: Ich danke Euch!
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