Der Raum vor der Reaktion – Innehalten #21

Shownotes

Zwischen einem Ereignis und unserer Reaktion liegt ein stiller Raum. In dieser Podcast-Episode erforscht Vilas Turske, wie Innehalten und bewusstes Hineinhören uns aus automatischen Mustern lösen können. Der direkte Weg führt zur Erfahrung des bewussten Seins, das Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wahrnimmt, ohne von ihnen begrenzt zu sein. So entstehen Klarheit, Mitgefühl und ein freieres Handeln – besonders in Beziehungen, Konflikten und schwierigen Entscheidungen. Eine Einladung, zu hören, bevor du antwortest.

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00:00:01: Ich begrüße euch zu der neuen Folge meines Podcasts.

00:00:08: Heute geht es um den Raum vor der Reaktion, es geht um das Innerhalten und das Hineinhören.

00:00:25: Es geht hier ganz offensichtlich auch um die Fähigkeit auf Empfang zu gehen.

00:00:37: Das gibt zwei Möglichkeiten von Höhen.

00:00:42: alles beginnt mit Hören.

00:00:47: Dabei meine ich jetzt nicht nur Worte oder Geräusche, ich meine auch das ganz einfache Gewahrsein des Horens selbst.

00:01:03: Du kannst dir zwar nehmen was du gerade hörst eine Stimme vielleicht ein Geräusch dazwischen stille noch bevor das Denken dir sagt was du hörst ist das hören bereits geschehen sozusagen ein offener Empfang für alles, was erscheint.

00:01:42: Und genau hier beginnt jetzt das Hineinhören.

00:01:49: Hineinhören heißt für mich etwas bei uns ankommen lassen bevor wir es beurteilen oder schon eine Antwort parat haben.

00:02:06: Wir empfangen bevor wir reagieren Bevor wir wissen, was wir hören.

00:02:21: Wir lassen einen Augenblick offen, was das Gehörte für uns bedeutet.

00:02:29: Diese Offenheit ist eigentlich immer da und dieses Hören-und Empfangen auch immer da doch es ist fremd für uns geworden.

00:02:45: durch unseren Alltag sind wir gezwungen immer zielorientiert zu denken.

00:02:53: Zielorientierte Denken bestimmt auch die Art und Weise, wie wir hören.

00:03:00: Während ein Mensch noch spricht bereiten wir im Inneren schon unsere Antwort vor.

00:03:10: Währen etwas geschieht wollen wir es damit eigentlich schon kontrollieren und das hineinhören unterbricht diesen Automatismus.

00:03:29: Es führt uns zurück zu dem was geschieht bevor wir eingreifen.

00:03:38: Der Atem kommt und geht.

00:03:43: Ein Klang erscheint, Empfindungen werden wahrgenommen Gedanken tauchen auf und verschwinden Und all dies geschieht in der Gegenwertigkeit die wir nicht herstellen können.

00:04:12: Du kannst einen Gedanken haben und zugleich wahrnehmen dass er erscheinend und du kannst Unruhe oder Spannung spüren und wissen, dass diese Unruhe da ist.

00:04:34: Das ist ein ganz einfaches Erkennen still was nicht versucht den Augenblick zu verbessern oder zu verändern.

00:04:48: wenn wir hinein hören heißt das nicht, dass wir das Leben verlassen.

00:04:56: im Gegenteil Wir begegnen ihm unmittelbarer.

00:05:07: auch unser Körper hört.

00:05:11: er reagiert auf den Tonfall des Gesprächs, er reagiert auf Nähe oder Spannung bevor das Denken alles gedeutet und verstanden hat.

00:05:35: Der atem wir zum Beispiel flacher Wir spüren enge Oder irgendetwas wird weit.

00:05:43: der Körper ist in dem Moment die gegenwärtige Form unseres bewussten Seins Lebens.

00:05:54: In diesem moment da isst Körperempfindung.

00:06:03: Wir spüren was, da ist der Atem.

00:06:08: Da ist die Qualität, die wir in uns spülen, Liebendigkeit oder Niedergeschlagenheit.

00:06:15: All das wird wahrgenommen.

00:06:20: Wer oder was nimmt diese Erfahrung wahr?

00:06:28: Die erste schnelle Antwort – ich nehme diese Erfahrung war!

00:06:36: Doch wer oder was ist dieses Ich?

00:06:41: Gewöhnlich verbinden wir dass ich Mit unserem Namen, mit unserer Geschichte, unserem Körper und unseren Beziehungen.

00:06:59: Wenn wir das genauer anschauen stellen wir fest.

00:07:04: all das verändert sich ständig.

00:07:11: Gedanken, Gefühle unser Körper und damit verbunden auch unser Selbstbild verändern sich stendig Und doch ist irgendetwas immer gegenwärtig ganz einfache Wissen, dass wir sind.

00:07:47: Bevor du sagen kannst wer du bist weißt du bereits ich bin dieses.

00:07:58: Ich Bin ist zunächst keine Person.

00:08:04: es ist das unmittelbare Wissen von unserem Sein und hier beginnt jetzt ein Weg der die Aufmerksamkeit auf das richtet was bereits da ist, denn wir müssen nicht zu unserem Sein gelangen.

00:08:30: Wir können das Sein auch nicht verlieren!

00:08:34: Wir können es übersehen wenn Gedanken und Selbstbilder unsere Aufmerksamkeit binden.

00:09:04: Diese klare Vorstellung.

00:09:09: Wir erkennen, dass Gedanken da sind aber wir wissen in diesem Moment das wir nicht nur diese Gedanken sind.

00:09:20: Wir nehmen Gefühle wahr?

00:09:23: Aber das ist nicht unsere ganze Wirklichkeit!

00:09:29: Eine Situation kann schwierig sein und doch gibt es – und das können wir jetzt wahrnehmen – so etwas wie eine offene Gegenwertigkeit, in der sie erscheint Und das ist jetzt so ein erster kleiner Geschmack von Freiheit.

00:09:59: Denn Freiheit bedeutet jetzt nicht vollständig durch Gewohnheiten, alte Reaktionsmuster, Ängste oder Alte lang zurückliegende Verletzungen bestimmt zu werden.

00:10:21: Besonders deutlich erfahren wir das in Beziehungen.

00:10:28: In einem Konflikt hören wie oft kaum noch zu.

00:10:34: Während das Gegenüber spricht, verteidigen wir uns im Inneren bereits.

00:10:44: Der Körper wird eng die Wahrnehmung wird immer schmaler und eine alte Geschichte übernimmt plötzlich die Führung meiner Reaktionen.

00:10:59: doch zwischen dem Gesagten und unserer Antwort liegt ein Raum vielleicht der bewusste Atemzug Und jetzt haben wir hier eine ganz große Chance.

00:11:18: In diesem kurzen Innerhalten, in diesem Raum der entsteht können wir die Verbindung zu unserer unmittelbaren Erfahrung herstellen.

00:11:34: Wir spüren, wir hören – wir sind da!

00:11:42: Und diese Gegenwertigkeit, die wir jetzt erfahren ist nicht unbedingt Harmonie.

00:11:48: Es ist ein waches Dasein denn vielleicht braucht die Situation gerade ein klares Nein Oder es braucht meine Bereitschaft, ein Fehler einzugestehen.

00:12:10: Entscheidend ist, woraus das Handeln entsteht.

00:12:15: Entsteht es aus einer Angst und dem Wunsch mich zu verteidigen oder aus einem offenen Wahrnehmen der Situation?

00:12:31: Dass hinein hören in diesem Raum des Innerhaltens liefert uns keine fertigen Antworten!

00:12:41: Aber es verbindet uns mit dem, was tatsächlich in diesem Augenblick geschieht.

00:12:53: Da ist eine Offenheit und aus dieser Offenzeit kann zum Beispiel Mitgefühl entstehen nicht als eine moralische Pflicht sondern als ein Zeichen dafür dass wir nicht mehr separieren und die ursprüngliche Vorstellung der Ursprunglichen Puls dass sich absondern vom anderen der Trennung, der kann weichen.

00:13:34: In dem Moment können wir uns auch bewusst machen das das Gegenüber auch Ängste hat, auch nach Sicherheit sucht, sich auch Anerkennung oder Nähe wünscht.

00:13:56: Dieses tiefe Verstehen verhindert einen Menschen auf seine Handlung zu reduzieren.

00:14:08: Wir können Grenzen setzen ohne ein Fein zu schaffen.

00:14:16: Wir können klar sein, ohne Härte auszudrücken.

00:14:27: Wenn wir zuhören können, hören können, ohne den anderen sofort in einem bekanntes Bild zu pressen dann kann wirkliche Begegnungen entstehen.

00:14:45: Nähe hat nichts mit haben wollen oder damit irgendeiner Form von Besitz zu tun.

00:14:54: Liebe Braucht keine Kontrolle.

00:15:01: Verbindung entsteht, wenn wir bereit sind das Gegenüber wirklich wahrzunehmen.

00:15:13: Diese Form des Hineinhöhrens ist kein Rückzug sondern es öffnet einem wunderbaren Raum des Zulassens und des Verstehens.

00:15:30: Wir hören erstmal bevor wir handeln.

00:15:39: Wir gehen auf Empfang Bevor wir reagieren Und dann lassen wir eine Antwort aus der Stille entstehen.

00:15:54: Da ist keine Technik oder eine Methode, da geht es wirklich nur um die Qualität unserer Aufmerksamkeit.

00:16:09: Verwende gerne hier das Bild des Atems.

00:16:14: Das Hören ist das Einatmen.

00:16:21: Das Handeln ist das Ausatmen.

00:16:26: Der Zwischen liegt dieser entscheidende Moment der Stile Wir empfangen, wir werden still und wir antworten.

00:16:46: Auch machen wir uns bewusst dass ein Lauschen das niemals in Handlung mündet zu verstecken werden kann.

00:16:59: Ein handeln ohne zu lauschen wiederum Wiederholt meist nur bekanntes.

00:17:11: Die Kunst besteht in der Einheit von Empfangen und Handeln.

00:17:21: Unser Sein Muss ich dabei nicht entwickeln?

00:17:25: Das ist ja immer da, es ist vollständig.

00:17:30: Aber was sich aus diesem Sein entfaltet das ist dann das Handeln direkt aus dem Leben.

00:17:44: Wir müssen Friede und Freude nicht herstellen.

00:17:51: Diese unterschwingende Freude ist eine Qualität unseres Seins.

00:18:00: Doch wir wissen dass alte Muster und Ängste Diese wunderbare Tiefe immer wieder verdecken.

00:18:14: Es braucht beides!

00:18:19: Zuerst das direkte erkennen, wer wir wirklich sind – das ist dieser nach innen gerichtete Weg.

00:18:30: und dann auf dem nach außengerichteten Weg.

00:18:34: Brauche es die Bereitschaft alles ansehen zu wollen?

00:18:40: Und auch das ansehen zu wollen was das Erkennen von uns im Alltag noch überlagert.

00:18:50: Sonst bleibt Einheit wirklich nur eine schöne Idee.

00:18:54: Freiheit – Eine schöne Idee.

00:19:00: Die wahre Erkenntnis zeigt sich dann darin, wie wir zuhören Wie wir sprechen Wie wir handeln Und uns mit dem Gegenüber und der Welt verbinden.

00:19:19: Da entsteht eine Freiheit die kein besonderer Zustand ist sondern ich möchte fast als eine Art Zu-Leben beschreiben zeigt sich darin, wie wir mit Unsicherheiten umgehen.

00:19:37: Wie wir unserem Körper zuhören und wie wir handeln wenn Ängste da sind.

00:19:48: Ängsten verschwinden nicht sofort und Freiheit bedeutet deshalb nicht das Angst verschwindet.

00:20:00: sie bedeutet dass die Angst nicht mehr alleine entscheidet uns nicht mehr allein bestimmt.

00:20:13: Die Kunst des Sineinhöhrens kann sehr einfach beginnen.

00:20:22: Hören ist immer mit Klang verbunden, wir hören wo wir gerade sind Wir spüren den Kontakt zu dem Ort wo wir grade sind Erdung vielleicht?

00:20:38: Wir nehmen den Atem wahr ohne ihn verändern zu wollen.

00:20:46: Und jetzt frag dich mal ganz still was es jetzt da bevor du irgendeine Geschichte darüber erzählen willst.

00:21:02: Vielleicht fällt dir dazu jetzt gar nichts ein.

00:21:06: Auch gut, es ist keine Frage die neue Erklärungen schaffen will.

00:21:12: Es ist eine Frage, die die Aufmerksamkeit fördert.

00:21:22: Wir können dieses hinein hören Dieses innehalten Wunderbein den Alltag mitnehmen Innehalten in einem Gespräch, in einem Konflikt Bevor du eine schwierige Nachricht beantwortest.

00:21:48: Bevor du impulsiv ja sagst, obwohl tief in dir ein Ein ist, bevor du entscheidest so oder so spüre den Körper, bemerke deine Impulse.

00:22:11: lasst die Antwort einfach einige Atemzüge lang offen.

00:22:18: vielleicht bleibt die schon zu vorgefasste Entscheidung dieselbe Doch die Art, wie du sie vermittelst verändert sich.

00:22:32: Sie kommt weniger aus der Engel dafür viel mehr aus Klarheit und darin beginnt Freiheit.

00:22:46: Am Anfang steht immer das Lauschen Und auch am Ende steht das Laushen Und dazwischen liegt unser Leben.

00:23:05: Wir verbinden uns mit der Welt wir empfangen das was draußen geschieht um uns herum.

00:23:16: Wir antworten, wir verlieren uns vielleicht aber wir finden auch wieder zurück und es wird uns jetzt immer bewusster unser Sein bleibt in all dem still weit gegenwärtig unendlich.

00:23:43: gerne rede ich jetzt von der Kunst des hineinhörens.

00:23:49: Es ist keine weitere Aufgabe sondern es ist eine Erinnerung an das, was immer da war und was auch jetzt bereits geschieht.

00:24:07: Das Leben ist immer da, kommt fortwährend bei uns an, beschäftigt uns durch Klänge, durch Empfindungen Gedanken, durch Menschen Freude und Schmerz.

00:24:28: Und da kommt die Kunst des Empfangs.

00:24:35: Wir können immer sofort reagieren oder wir können innehalten.

00:24:46: Wir können für einen Moment hinein hören und das ist der Ausgangspunkt, für eine freie wunderbare Art zu leben.

00:25:05: Klarer empfindsamer Freier!

00:25:17: entsteht die Fähigkeit, das Leben selbst zu sein.

00:25:25: Und vielleicht schon gleich, wo immer ihr seid ist geschieht etwas und du stellst dir die Frage Kann ich einen Augenblick innehalten?

00:25:40: Hinein hören bevor Ich antworte?

00:25:48: Danke dass Ihr bei mir und mit mir wart Bis zur nächsten Folge.

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