Du bist da, auch wenn es unruhig wird
Shownotes
Du sitzt am Küchentisch, jemand sagt einen Satz, und sofort wird es eng. Und gleich kommt der zweite Gedanke: Ich war doch heute Morgen noch ganz klar, habe ich das jetzt wieder verloren? In dieser Folge schauen wir uns an, wie die Überzeugung entsteht, dass wir nur in der Stille bei uns sind. Mit einer kurzen Erforschung zum Mitgehen und einem einfachen Hinweis für den Alltag, im Zuhören, im ehrlichen Wort, im klaren Nein.
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00:00:01: Herzlich willkommen zu dieser neuen Folge.
00:00:05: Schön, dass du da bist und ich freue mich das wir jetzt uns über ein Thema unterhalten was uns alle beschäftigt.
00:00:24: Du bist da auch wenn es unruhig wird.
00:00:38: Stell dir eine Alltagssituation vor Du sitzt im Auto Geht spazieren oder du stehst in der Küche, räumst auf ganz automatisch.
00:00:57: Der Atem geschieht ohne dass du ihn machen musst.
00:01:03: Du bist geerdet weil die Füße Kontakt zum Boden haben.
00:01:09: Geräusche sind da Meine Stimme ist da Und in diesem Moment weißt du eigentlich ganz tief im Inneren ohne das du darüber nachdenkst Dass du da bist.
00:01:26: Du weißt Das du nichts tun musst um ruhig zu sein und ganz du selbst zu sein.
00:01:38: Das klingt zunächst sehr einfach, im Alltag sieht es aber dann ganz oft anders aus.
00:01:53: Wir denken in der Stille da können wir bei uns sein Aber im aufgewühlten Alltag geht das nicht.
00:02:06: Und diese Folge jetzt schaut sich an wie dieser Trennung entsteht und was geschieht wenn wir genauer hinschauen Bewusst machen, was genau in uns abläuft.
00:02:26: Kommen wir zurück zur Alltagssituation.
00:02:31: Nach einem Arbeitstag sitzt du am Küffentisch.
00:02:36: Der Tag war lang ist auch müde Und jemand der dir nahesteht, der auch am Küffen Tisch sitzt sagt doch einmal zu dir Du hörst mir schon wieder nicht zu und sofort merkst du wie es in deinem Körper ganz eng wird Buskorb Bauch Wärme steigt nach oben.
00:03:07: und da ist sofort die Reaktion, du willst dich verteidigen und du suchst noch eine Antwort.
00:03:19: Und während du noch einer Antwort suchst, könntest Du Dir in diesem Moment auch was ganz anderes vorstellen?
00:03:32: Du könntest dir in diesem moment sagen Ich war doch heute Morgen so klar!
00:03:39: Nach dem Wachwärm ich war in der Stille... Ich hatte das Gefühl, ganz bei mir zu sein und jetzt sitze ich hier und bin völlig aufgehüllt.
00:03:53: Ist das denn alles weg?
00:03:54: Habe ich das
00:03:55: verloren?".
00:03:58: Und dieser zweite Gedanke ist sicherlich interessanter als der Konflikt selbst.
00:04:09: Denn er sagt, in der Ruhe war ich bei mir – und jetzt bin ich es nicht mehr!
00:04:18: Und dem wollen wir jetzt nachgehen.
00:04:22: Es gibt Augenblicke, indem du nichts erreichen möchtest.
00:04:32: Du musst dich für dein Dasein nicht rechtfertigen, du musst niemand und auch dir nichts beweisen, wirst einfach da!
00:04:44: Es ist still, du spürst Frieden und in diesem Augenblick fehlt Nichts.
00:04:56: Solche Augenblicke entstehen meistens in der Stelle oder in der Natur, die kommen am Meer vor – oder wenn du am Ufer eines Sees stehst oder sitzt.
00:05:15: Sie kommen im Wald vor, ja manchmal auch nach einem guten friedlichen Gespräch.
00:05:27: sie kommen auch vor für mich eine ganz wichtige persönliche Erfahrung immer wieder direkt nach dem Erwachen vor den ersten Gedanken an den Tag und weil die Ruhe um dieses einfache Dasein in diesem Moment gleichzeitig erfahren werden, verbindet sich in unserem Geist das Miteinander.
00:06:02: Und wir denken so fühlt es sich an wenn ich ganz bei mir bin und jetzt macht unser Geist wieder seine eigene Geschichte.
00:06:19: nachdem er das erfahren hat suchen wir plötzlich nach diesem Gefühl Wir wollen dieselbe Stille wiederherstellen dieselbe Weite denselben friedlichen Augenblick.
00:06:41: Und wir erinnern uns an diesen Moment des bei uns Sains, wollen wir es Meditation nennen vielleicht und jetzt wird dieser Zustand zu einem Werkzeug was uns helfen soll wieder dahinzukommen.
00:07:08: die Erinnerung an diesem Zustand und wir wollen diesen Zustand wieder herstellen bekommt das Gefühl, bei dir selbst zu sein plötzlich eine Bedingung.
00:07:27: Du sagst dir erst wenn ich ruhig bin, bin ich richtig bei mir oder solange ich mich ärgere so lange ich zweifle oder fürchte so lang ist es nicht möglich.
00:07:51: jetzt achte mal darauf was passiert?
00:07:57: Wenn du dir sagst Ich Bin fast immer folgt im Zusammenhang mit diesem Ich Bin eine Beschreibung.
00:08:53: offen zu lassen.
00:08:58: Du musst dafür keinen Gedanken anhalten, kein Gefühl verändern, musst nicht stiller werden – einfach ich bin!
00:09:20: Du weißt auch jetzt ohne jede Beschreibung dass du da bist.
00:09:28: Du brauchst dafür weder dein Namen noch deine Lebensgeschichten noch die Meinung anderer Menschen.
00:09:41: diese beiden Worte Ich Bin Weisen auf etwas ganz Vertrautes hin.
00:09:51: Du bist da und dieses Dasein ist dir bewusst, schon bevor du darüber nachdenkst, bis du dir dessen gewahr.
00:10:07: Genau dieses Bewusste Daseinn meine ich wenn ich vom Sein spreche.
00:10:16: Es ist nichts Fernes nicht Besonderes.
00:10:20: es ist unmittelbar erfahrbar jetzt während du zuhörst.
00:10:33: Jetzt schauen wir mal dorthin, wo es schwieriger wird.
00:10:41: Denk an die Situation am Küchentisch.
00:10:45: Du bist aufgewühlt, merkst wie dein Herz der Puls schneller wird.
00:10:52: Ein Herz schlägt schneller Gedanken drehen sich.
00:10:58: Die Anspannung im Bauch in den Schultern Druck überall.
00:11:09: Du bist dir dessen genau bewusst.
00:11:14: Und auch jetzt vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen Ist dir eines wieder gewiss?
00:11:28: Ich bin die Unruhe, die wird unmittelbar erlebt.
00:11:39: Die Enge im Bauch, im Körper.
00:11:46: weißt du schon das sein Gedanke?
00:11:52: und auch dieser Gedankel ist dir nicht bewusst, es ist ihr Gebust!
00:11:59: Du weißt es.
00:12:04: Das Spüren und das Gespürte sind ein einziges Geschehen.
00:12:15: Das Sein ist mittendrin, immer da.
00:12:19: Im Atmen, im Denken, in Fühlen und im Zuhören.
00:12:27: Der Körper ist dabei nicht irgendeine Materie die Du bewohnst.
00:12:34: Er ist lebendiges Bewusstsein in fühlbarer Formen.
00:12:43: Du musst also keinen Teil deines Erlebens ausschließen um bei Dir anzukommen – der Ärger gehört dazu?
00:12:53: Die Enge im Bauch, in den Schultern die Verspannung – all das gehört dazu.
00:12:59: Auch der Widerstand dagegen gehört dazu!
00:13:06: Die Unruhe macht dich nicht kleiner.
00:13:14: Stell dir vor auch die Wolken am Himmel machen den Himmel nicht kleiner!
00:13:27: Gehen wir zurück zu dem Ursprungsthema.
00:13:32: Der Satz Du hörst mir schon wieder nicht so.
00:13:38: Was bedeutet das jetzt?
00:13:40: mal ganz praktisch.
00:13:43: Was mache ich damit jetzt?
00:13:47: Zuerst darfst du ganz ehrlich feststellen, was ist.
00:13:57: Da ist die Körperreaktion der Bauch die Schultern und da ist ihre Reaktion, der Reflex.
00:14:05: Ich möchte mich verteidigen.
00:14:13: Du musst jetzt daraus kein Urteil über deinen ganzen Weg machen.
00:14:23: eine heftige Reaktion beweist nicht, dass das was du jetzt schon vorher gedacht hast um die Einsichten die du hattest.
00:14:34: Dass sie vergeblich waren.
00:14:37: Sie zeigt dir nur was in diesem Augenblick vor dem Hintergrund deiner Geschichte ganz spontan mit sehr viel Heftigkeit geschieht.
00:14:53: es kann sogar für einen Moment komplizierter werden denn zum Ärger der so tief in ihr steckt kommt jetzt noch ein anderer Ärger dazu, nämlich der Ärger über den Ärger.
00:15:07: Ich sollte doch weiter sein, denkst du?
00:15:10: Nach all den Jahren auch jetzt der Reflexion des bei mir Seins nach all den jahren dürfte mich das doch nicht mehr so treffen.
00:15:22: und Jetzt wird aus einer schwierigen Situation Auch noch einen Kampf gegen dich selbst.
00:15:35: dieser zweite Kampf Der darf gehen Das kannst Du Dir jetzt schon sagen.
00:15:45: Du musst dich nicht für Empfindungen verurteilen und du musst auch diesem Ärger, der dann über den Ärger entsteht, nicht weiter folgen.
00:16:02: Halt ein Moment inne!
00:16:06: Moment der Pause!
00:16:10: Einen Atemzug lang kannst du spüren was gerade geschieht ohne schon die nächste Antwort vorzubereiten.
00:16:22: Bleib einfach da.
00:16:27: wenn dir das gelingt wird eine andere Antwort möglich.
00:16:36: Du kannst dir sogar eingreifen in die Situation und kannst zugeben, das trifft mich gerade!
00:16:48: Was habe ich überhört?
00:16:51: Du kannst zugeben dass du mit deinem Gedanken woanders warst oder du kannst sagen Ich möchte dir zuhören Lass uns einfach anders miteinander sprechen.
00:17:09: Und selbst dann wenn ihr das gelingt muss die enge die gefühlte Enge immer noch nicht ganz verschwunden sein.
00:17:19: Aber du kannst innerlich aufgewühlt sein und trotzdem zuhören, du kannst unsicher sein und trotz dem kannst eine klare Grenze setzen.
00:17:38: Du kannst einen Fehler zugeben ohne dich als Mensch ganz in Frage zu stellen.
00:17:51: Das ist die Freiheit um die es hier geht.
00:17:57: Nicht dass die Muster verschwinden, sondern dass du sie bemerkst und dich nicht mehr vollständig mit ihnen verbindest.
00:18:11: So alte Muster in uns werden immer wieder kommen aber Sie bestimmen Dich nicht mehr!
00:18:19: Du merkst sie, kannst Dir anschauen und du reagierst nicht mehr.
00:18:29: Und hier wird jetzt diese Erkenntnis im Alltag tatsächlich wirksam.
00:18:38: Du wartest weniger darauf innerlich vollkommen ruhig zu werden, bevor du freundlich und zuvor kommt und ehrlich handeln kannst.
00:18:54: Das Gegenüber musst dir auch nicht erst recht geben damit du dich selbst wieder in Ordnung findest.
00:19:07: Dadurch entsteht jetzt in dir tatsächlich Raum.
00:19:15: Du kannst hinhören Kannst zuhören Und du kannst dir auch bewusst machen Wir sind zwei Menschen mit unterschiedlichsten Erfahrungen und Bedürfnissen.
00:19:33: Diese Unterschiede, die bleiben bestehen – sie lösen sich nicht auf!
00:19:41: Zugleich seid ihr Ausdruck des selben Lebens.
00:19:47: Wenn das erfahrbar wird kann auch im Konflikt eine Verbundenheit spürbar sein.
00:19:57: Du kannst widersprechen, kannst deine Grenze setzen ohne dem anderen Dein Respekt, deine Liebe zu entziehen und das bedeutet ebenso Verantwortung übernehmen.
00:20:18: Wenn deine Antwort vorher verletzend war kannst du dich entschuldigen.
00:20:25: wenn etwas geklärt werden muss kannst du das Gespräch suchen zu erkennen dass dein Sein vollständig ist Dass Du immer im Sein sein kannst.
00:20:46: Das nimmt dir diese Verantwortung nicht ab.
00:20:49: es vertieft sie.
00:20:52: Es hilft dir, ihr offener zu begegnen weil du bei einem Fehler weniger mit deiner eigenen Verteidigung beschäftigt bist.
00:21:16: Friede und Freude sind die Essenz unserer Seins.
00:21:26: Sie sind kein Lohn für gelungene Meditation oder eine besonders gute Stimmung.
00:21:40: Frieden und Freuden aus dieser Essenz muss nicht hergestellt werden.
00:21:54: Es ist auch keine oberflächliche Freude, sondern es ist so ein Grundschwingen in uns was aus dem Frieden entsteht.
00:22:10: Da hat zum Beispiel auch Trauerplatz – auch Schmerz!
00:22:18: Da kann etwas weh tun und wir müssen in diesem Augenblick nicht zu einem anderen Mensch werden.
00:22:29: Wir können uns von diesem inneren Ort kommend dem zuwenden was Zuwendung braucht.
00:22:41: So finden der Friede und die Freude im einfachen Dasein Ausdruck in unserem Handeln, In einem freundlichen Wort, in Geduld, in einem aufmerksam zuhören.
00:23:05: Wir teilen diese wunderbare innere Schminkung dieser Freude – in unseren Beziehungen!
00:23:15: Im Alltagsegen auch in den ganz kleinen Begegnungen eines Tages.
00:23:24: Du schaffst jemand an, er sieht deine Freude in deinen Augen und das verändert.
00:23:44: Versuch jetzt mal ... In diesem Moment wenn es geht nicht beim Autofang her.
00:23:53: versuche einfach mal da zu sein.
00:24:01: spüre einen Augenblick wie du sitzt oder stehst.
00:24:16: der Atem geschieht.
00:24:19: er geschieht wird nicht von dir gemacht.
00:24:22: in dem Moment nimm wahr Was gerade da ist.
00:24:37: Ruhe, Unruh, ein Gedanke an das was kommt.
00:24:54: und jetzt spüre ganz einfach wie unmittelbar es ist.
00:25:05: Das ist die Wärme und du kennst ja bereits diese Wärmel.
00:25:14: Da ist ein Geräusch und das Geräusche ist dir bewusst.
00:25:34: Einfach für einen Moment in der Stille da sein und ohne irgendeinen Attribut.
00:25:51: ich Wenn du das nächste Mal denkst, jetzt habe ich es wieder verloren.
00:26:21: Dann fragt dich ganz einfach was hat sich verändert?
00:26:28: Eine Stimmung?
00:26:31: Meine Gedanken?
00:26:33: Meine Körperempfindungen?
00:26:36: Meine Gefühle?
00:26:39: und dann spüre einfach was gerade da ist.
00:26:48: Lass alles so wie's ist.
00:26:51: Bleib in deinem eigenen Erleben!
00:27:00: Du bist da und du weißt es Und das, was du gerade empfindest ist von diesem bewussten Dasein nicht getrennt.
00:27:15: Es gibt keinen besseren Augenblick um das zu erkennen – ein friedlicher Moment ist kostbar?
00:27:32: Genieße ihn wenn er da ist!
00:27:36: Wenn er vorüber geht, lauf ihm nicht hinterher.
00:27:43: Du musst dich nicht wiederfinden.
00:27:55: Wende dich jetzt dem Leben so wie es jetzt gerade geschieht….
00:28:03: spür dein Atem, höre den Gegenüber.
00:28:13: Hör ihn zu!
00:28:15: sage ehrlich was deiner Meinung nach gesagt werden muss und in diesem Moment fährt ihr bewusst.
00:28:28: ich muß nicht ruhig sein um ganz ich selbst zu sein.
00:28:41: das einfache Ich Bin.
00:28:47: macht dir deinen Bewusstes da sein.
00:28:50: unmittelbar zugänglich im atmen empfüllen Denken und Handeln erfährt sich dieses eine Leben.
00:29:08: Du bist das Leben selbst, um daraus zu leben heißt ihr selbst den Menschen in der Welt mit mehr Offenheit, Freundlichkeit und Liebe zu begegnen.
00:29:38: Danke dass du zugehört hast.
00:29:44: ich freue mich schon wenn wir uns dann in der nächsten Folge wieder hören.
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