Es war doch so klar
Shownotes
An einem stillen Abend war alles ganz einfach. Ein paar Tage später fällt am Küchentisch ein Satz, der Bauch wird eng, und du fragst dich: Es war doch so klar, warum finde ich es nicht wieder? Vilas Turske schaut mit dir nach, ob wir das Erkannte suchen oder das Gefühl von damals. Du nimmst mit, dass du nicht auf jenen Abend warten musst, um da zu sein.
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00:00:00: Ich begrüße euch ganz herzlich zu der Podcast Episode XXIII.
00:00:08: Es war doch so klar, es gibt Augenblicke in denen alles ganz einfach ist.
00:00:19: Du sitzt an einem stillen Abend da oder gehst spazieren und für einen Moment fehlt es an nichts!
00:00:31: Du brauchst gerade nichts darzustellen du musst nichts irgendjemand erklären.
00:00:38: Es ist einfach nur gut, da zu sein.
00:00:43: So selbstverständlich dass du dich hinterher fragst.
00:00:49: warum erlebe ich das eigentlich nicht häufiger?
00:00:53: Warum übersehe ich das?
00:00:58: Ein paar Tage später Du sitzt am Küchentisch ein Satz fällt einen Satz der dich trifft.
00:01:10: plötzlich wird es eng in dir und die schnelle Antwort ist schon auf der Zunge.
00:01:19: von der Ruhe des anderen Abends ist nur noch wenig zu spüren.
00:01:28: Und dann kommt dieser Gedanke, es war doch so klar!
00:01:34: Warum finde ich das jetzt nicht wieder?
00:01:39: In einer früheren Folge habe ich auf eure Fragen zudem Ich geantwortet.
00:01:49: Zudem ich dass sich nie verändert.
00:01:54: Es ging um das Schlichte Was in unserer Beziehung geschieht, wenn wir uns nicht ständig verteidigen müssen?
00:02:14: Häufig kam die selbe Rückmeldung von euch.
00:02:18: Während ich dir zuhörte war es da aber im Alltag finde ich es nicht wieder und genau das möchte ich heute mit dir anschauen.
00:02:33: was war da?
00:02:37: was scheint jetzt zu fehlen?
00:02:42: und suchen wir wirklich dass was wir damals erkannt haben?
00:02:48: Oder suchen wir vor allem das Gefühl, dass damit verbunden war.
00:02:59: Versuch jetzt mal dich von meinen Worten zu lösen und schau während des Zuhörens selbst lach!
00:03:10: Auch wenn du gerade müde bist oder dich etwas beschäftigt können wir bei dem anfangen, was jetzt da ist.
00:03:24: Du bist da!
00:03:27: Du weißt, dass du bist.
00:03:34: Dazu hängen wir normalerweise noch etwas an.
00:03:36: dieses Ich Bin An, also zum Beispiel ich bin müde oder ich bin zufrieden.
00:03:48: Oder ich bin ein Mensch der vieles geschafft hat oder einer, der gerade nicht weiter weiß.
00:03:59: All das erzählt etwas über unsere gegenwärtige Situation dass wir gerade von uns haben.
00:04:16: Wir können diese Beschreibungen mal für einen Augenblick beiseite lassen, dann bleibt das einfache?
00:04:26: Ich bin!
00:04:30: Dafür muss ich an deiner Stimmung jetzt nichts ändern.
00:04:35: Nimm dir ein Augenblick dafür.
00:04:39: auch wenn du keine besondere Empfindung grade schwörst bist du da.
00:04:51: Ein Gedanke mag auftauchen die Aufmerksamkeit kann abschweifen, du brauchst mit all dem nicht erst fertig zu werden um zu sein.
00:05:11: Während du mir zuhörst kannst du das ganz unmittelbar erforschen.
00:05:21: Du hörst meine Stimme Ein Geräusch aus dem Raum kommt hinzu oder du bemerkst wie dein Körper auf den Stuhl sitzt.
00:05:42: Das geschieht bereits und du musst das Hören nicht erst in Wangen bringen Und du brauchst doch keinen Gedanken anzuhalten, damit du weiter hören kannst.
00:06:10: Wenn du abschweifst und es bemerkst ist auch dieses Bemerkens schon da.
00:06:22: Bleibe ein Moment dabei!
00:06:27: Wie ist es einfach zuzuhören ohne gleichzeitig zu prüfen ob du es richtig machst?
00:06:42: Dieses Prüfen das kennen wir alle gut.
00:06:48: Du liegst abends im Bett Bist müde und im Kopf wird der Tag weiter.
00:06:59: Warum hast du dort wieder Ja gesagt?
00:07:04: Hättest Du in diesem Gespräch ruhiger bleiben sollen, eine Begegnung ist längst vorbei Und Du beschäftigst Dich noch immer damit wie Du gewesen bist?
00:07:23: Zur Erfahrung kommt das Urteil über Dich selbst hinzu.
00:07:32: Das kann sehr anstrengend sein.
00:07:37: Selbst bei Meditieren geschieht es.
00:07:44: Wir sitzen still und fragen uns, ob wir still genug sind.
00:07:52: Wir bemerken Umruhe und halten das für ein Fehler.
00:08:01: Dabei kann uns gerade das aufmerksame Wahrnehmen entlasten!
00:08:09: Wir spüren die Unruhe – und müssen uns dafür nicht auch noch verurteilen.
00:08:18: Es geht also darum genauer zu bemerk'n wie wir mit uns umgehen.
00:08:31: In der früheren Folge habe ich davon gesprochen, in einem Konflikt eine andere Position einzunehmen und anzuschauen was gerade geschieht.
00:08:48: Das kann hilfreich sein!
00:08:50: Wenn wir nicht sofort antworten bemerken mir oft mehr von der Situation und unsere eigenen Reaktion die wir vielleicht sogar durchschauen dieses Innerhalten.
00:09:11: Das ist ein ganz wichtiger Schritt und dieses Innerhalten gehört wirklich zum Leben.
00:09:22: Wir müssen uns dafür nicht innerlich von unserem Erleben zurückziehen, auch die Anspannung, die wir gerade spüren, die darf sein!
00:09:37: Es kann geschehen dass mit diesem Wahrnehmen etwas von der zusätzlichen Anstrengung nachlässt aber das lässt sich auch nicht erzwingen.
00:09:52: Wenn die Unruhe bleibt, hast du nichts falsch gemacht.
00:09:59: Selbst der Wunsch sie endlich loszuwerden lässt sich bemerken.
00:10:07: Wir können immer wieder erfahren wie es ist und selbst mit etwas mehr Freundlichkeit zu begegnen Kommen wir zu dem stillen Abend zurück.
00:10:22: Du hattest Zeit Der Körper war entspannt Und niemand wollte etwas von dir.
00:10:35: Unter solchen Umständen kann uns das eigene sein ganz selbstverständlich werden.
00:10:49: Dann verändert sich die Situation, der Alltag fordert uns wie geraten unter Druck und es fühlt sich an als sei etwas verloren gegangen.
00:11:05: unsere Erinnerung hält das Gefühl von damals fest.
00:11:11: wir wissen noch wie ruhiges war und möchten genau diese Ruhe wieder zurück haben.
00:11:22: So beginnen wir, den gegenwärtigen Augenblick mit dem Vergangenen zu vergleichen.
00:11:33: Die Spannung im Körper scheint dann zu sagen so kann es nicht richtig sein.
00:11:40: Es müsste sich wieder anfühlen wie damals.
00:11:48: Jetzt lohnt es sich genau hinzuschauen.
00:11:54: die Ruhe damals war ein Zustand Und sie hat sich verändert.
00:12:05: Wenn uns etwas sehr beschäftigt, ist unser Sein nicht immer so deutlich wie an diesem Abend.
00:12:21: Aber es ist deshalb nicht verschwunden!
00:12:28: Es hängt nicht davon ab ob wir ihm gerade Aufmerksamkeit schenken – auch eine Enge die wir empfinden ist in dem Augenblick in dem sie da ist schon gewusst.
00:12:46: du spürst die Klarheit von damals jetzt Und das ist auch völlig okay so.
00:12:56: Du bist mit dieser Enge da, mit deiner Sorge oder deinem Ärger.
00:13:07: Du musst dir dazu keinen Frieden einreden.
00:13:14: Lass es uns einfach anerkennen wie es dir gerade geht und dann schau brauchst du eine bestimmte Stimmung um zu sein?
00:13:33: Musst du dich an den stillen Abend erinnern damit du jetzt da bist?
00:13:44: Der angenehme Augenblick von damals und dieser schwierige Augenblick jetzt gehören zu dem selben Leben.
00:14:01: Auch dein Ärger steht nicht außerhalb davon, dein Sein ist kein unberührter Ort an den du dich vor deinem Leben zurückziehen könntest.
00:14:18: Du bist mitten in dem was geschieht Und selbst die Suche nach dem Was du zu verlieren glaubst, gehört dazu.
00:14:35: Das zu erkennen macht uns als Menschen nicht unverletzlich.
00:14:41: ein Ton voll am Telefon und schon reagieren die Schultern ziehen sich zusammen eine Nachricht kommt und du spürst es im Bauch.
00:14:56: alte Erfahrungen können sich bemerkbar machen bevor wir überhaupt verstanden haben was uns gerade trifft.
00:15:08: das geschieht auch dann wenn uns unser Sein bereits sehr deutlich geworden ist.
00:15:18: Eine solche Reaktion ist kein Beweis dafür, dass unsere Einsichts wertlos war.
00:15:28: sie braucht Aufmerksamkeit und Zuwendung.
00:15:39: wir können es akzeptieren das wir verletzt wurden und zugleich erforschen ob diese Verletzung alles darüber sagt wer wir sind heißt nicht, dass wir als Menschen ohne Unterstützung auskommen müssen.
00:16:12: Es gibt so schwierige Situationen da kann ein Gespräch helfen.
00:16:23: auch eine Therapie oder eine Begleitung die den Körper einbezieht kann sinnvoll sein.
00:16:34: Wir müssen unsere Geschichte nicht klein reden um unser Sein zu erkennen ohne darin die ganze Wahrheit über uns zu suchen.
00:16:56: So lässt sich mit dem arbeiten, was uns im Alltag belastet, während wir zugleich erfahren unser Sein muss nicht erst vervollständigt werden.
00:17:14: Dabei gehört der Körper ganz dazu.
00:17:20: Der Körper ist dieses Leben in frühlbarer Gestalt als Atem-, als Lärme- und Kontakt Zur Erdung, auch eine alte Schutzreaktion ist eine Erfahrung dieses Lebens.
00:17:43: Wir brauchen sie nicht auszugrenzen und wir dürfen uns Hilfe holen wenn wir mit ihr allein nicht zurechtkommen.
00:18:02: Wie zeigt sich das nun an unserem Küchentisch?
00:18:09: Der Satz ist gefallen der Körper reagiert und du spürst den Impuls scharf und klar zu antworten.
00:18:25: Einen Atemzug lang bleibst du dabei, diese Reaktion muss weder weggedrückt werden noch braucht sie sofort eine Antwort.
00:18:43: Du hörst noch einmal hin Was hat das gegenüber gesagt?
00:18:52: Was hatte ich so daran getroffen?
00:19:02: Manchmal wird dadurch eine andere Antwort möglich.
00:19:08: Du sagst dass dich etwas verletzt hat oder du fragst nach weil du merkst, dass du den Satz bereits auf eine bestimmte Weise verstanden und interpretiert hast.
00:19:26: Auch ein klares Nein kann angemessen sein!
00:19:33: Welche Antwort es wird lässt sich nicht im Voraus festlegen.
00:19:43: Es geht darum die Situation wahrzunehmen und zu bemerken was jetzt eine stimmige Antwort sein könnte Und das wird Abende geben an denen die scharfe Antwort längst gefallen ist, bevor du irgendetwas bemerkt hast.
00:20:19: Auch dann kannst du genau hinschauen.
00:20:26: Du kannst vielleicht auf den anderen zugehen ein Fehler zugeben oder um Entschuldigung bitten.
00:20:41: unser Sein braucht keine fehlerfreie Lebensführung.
00:20:51: Verantwortung für das was wir sagen und tun Das bleibt denn noch bei uns.
00:21:02: Im Zuhören können wir zum Beispiel bemerken, wie sehr wir mit uns selbst beschäftigt sind.
00:21:17: Du lässt jemanden ausreden während du innerlich bereits eine Rechtfertigung vorbereitest.
00:21:28: Sobald dir das auffällt kannst du wieder hinhören.
00:21:40: solche Augenblicke gehören zu unserem gewöhnlichen Zusammenleben.
00:21:53: auch wenn wir eine Entscheidung fällen müssen kann uns deutlicher werden, was uns gerade beschäftigt.
00:22:04: So oft geht es gar nicht mehr um die Sache.
00:22:14: Es geht vielmehr darum dass wir besorgt sind wie wir dastehen das andere von uns halten oder was eine falsche Entscheidung über uns aussagen würde.
00:22:33: und wenn wir sowas bemerken können wir uns wieder dem zuwenden was tatsächlich entschieden werden muss.
00:22:55: Die Entscheidung kann weiterhin schwierig sein.
00:23:00: Wir müssen darin jedoch nicht auf noch unseren eigenen Wert bestimmen und dann gibt es Begegnungen, in denen die Zusammengehörigkeit ganz unmittelbar spürbar wird.
00:23:18: ein Mensch weint und du bist bei ihm.
00:23:23: Du brauchst keine Erklärung und hast auch nicht gleich eine Lösung.
00:23:28: Du hörst einfach zu.
00:23:34: In diesem Augenblick bist du ganz mit dem Anderen da.
00:23:43: Solche Begegnungen können uns etwas von dem zeigen, was wir miteinander teilen.
00:23:53: Du und die andere Person ihr seid verschiedene Ausdrucksformen derselben Lebens.
00:24:08: Unsere Geschichten sind verschieden?
00:24:12: Unser Körper unsere Erfahrungen auch und es bleibt diese Einzigartigkeit.
00:24:27: Sie widerspricht der Einheit unseres Seins in keinster Weise, das Gegenüber muss dir weder ähnlich sein noch deine Auffassungen teilen damit wir diese Einheit erfahren, damit dieser Einheit wahr ist.
00:24:58: Das wird gerade dort bedeutsam wo wir uns nicht verstehen.
00:25:08: Wir können widersprechen und den anderen, dennoch als Mensch respektieren und achten.
00:25:19: Wir können eine Grenze setzen wenn etwas uns oder Anderen schadet.
00:25:32: zu erkennen dass wir das selbe Leben teilen nimmt uns diese Klarheit nicht.
00:25:43: es macht uns auch nicht verantwortlich dafür jeden Konflikt alleinzulösen sehen und können dafür einstehen.
00:26:06: Ganz tief im Inneren schwingt dieser nicht machbare Friede, diese feine Freude mit.
00:26:21: Wenn wir ganz bei uns sind, können wir sie auch mit anderen teilen.
00:26:33: Daraus folgt jetzt keine Verpflichtung immer glücklich zu sein.
00:26:42: Traurigkeit, Enttäuschung gehört ebenso zu unserem Leben.
00:26:56: Wir dürfen erschüttert sein und Unterstützung brauchen, das widerspricht unserem Sein nicht!
00:27:11: Und wir erkennen wenn wir uns selbst mit weniger Härte begegnen kann sich darin etwas von diesem Frieden zeigen und in der Begegnung mit einer anderen Person können wir Freude erfahren eine Freude die erst verdienen müssen.
00:27:46: Du brauchst also nicht auf die Wiederkehr, jenes Stellen abends zu warten.
00:27:53: Du kannst jetzt nachsehen während du diese Stimme hörst und dein Leben so ist wie es gerade ist.
00:28:05: Die Müdigkeit muss dafür nicht verschwinden.
00:28:12: auch eine Frage darf offen bleiben Es geht um die einfache Gewissheit dass du bist ohne das du davor etwas herstellen müsstest Und dann wird er klar, während du dich fragst ob du es verloren hast bist du bereits da.
00:28:57: Danke euch fürs Zuhören!
00:29:02: Schreib mir bei Fragen.
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